Entstehung

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Die Idee

Im Sommer 2018 hatten David und die Zen-Lehrerin Nicole Baden die Idee, ein Zen-Seminar in Leipzig zu veranstalten: "Wenn du zehn Freunde findest, die mitmachen, halte ich ein Seminar in deinem Wohnzimmer", sagte Nicole zu David.

Zwanzig Leute kamen zum ersten Wohnzimmer-Seminar. Bei der Organisation wurden wir schnell Freunde und beschlossen, uns regelmäßig zu Meditation und Diskussion zu treffen. Wir hatten dieselben bohrenden Fragen: Wie können wir in unserem viel beschäftigten Leben und in einer sich ständig verändernden Welt mehr Ruhe finden und uns selbst sowie anderen gegenüber gelassen sein? Wie können wir unser Leben in vollem Umfang erleben? Viele alte Meditationstraditionen scheinen Ansätze oder Antworten auf unsere aktuellen Lebensfragen gefunden zu haben. Aber betreffen diese auch noch unsere postmoderne Gesellschaft mit ihrer überwältigenden Komplexität voller Arbeit, Beziehungen und oft widersprüchlichen Anforderungen? Können wir diese Lehren praktizieren, ohne religiös zu sein oder an etwas zu glauben, das uns fremd ist?

Innerhalb weniger Monate und regelmäßigen Treffen beschlossen wir, unsere wöchentliche Meditation in das Element Ost Yoga Studio zu verlegen. Wir begannen, unsere Idee, Zen zu praktizieren und zu erforschen, mit Menschen aus verschiedensten Hintergründen zu teilen. Zu diesem Zeitpunkt bemerkten wir ein wachsendes Interesse und das Potential, unseren eigenen Raum zu öffnen.

Und plötzlich kam die Idee des Zen-Labs auf:  Was wird

geschehen, wenn wir mitten in einer turbulenten

Stadt einen Ort der Stille eröffnen?

Eröffnung des Raumes

Nach Monaten der Raumsuche, der Vertrags-verhandlungen und einer intensiven Woche des Bodenverlegens war es endlich soweit: Das Zen Lab wurde im November 2019 eröffnet. Und wie! Knapp fünfzig Freunde und Interessierte kamen, zu unserer großen Freude auch die Zen-Lehrer Richard Baker und Nicole Baden. Gemeinsam erlebten wir einen wunderbaren und vielseitigen Eröffnungstag.

Als Baker Roshi am Abend vor der Eröffnung ins Zen Lab kam, fiel ihm als erstes der große Torbogen auf, der den Raum unterteilt: "A gateless gate! It leads to nowhere." Richard Baker schien verwundert über die ungewöhnliche Raumtrennung, aber auch angetan von den Möglichkeiten, die sich daraus ergeben. 

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In erster Linie freute er sich über unseren Mut, dieses Projekt auf die Beine zu stellen und ließ sich von der Energie und Euphorie der jungen Zen-Praktizierenden anstecken.

...und jetzt?

Mit der Anmietung eines eigenen Raumes haben wir uns einen kleinen Traum erfüllt. Nach nun fast zwei Jahren hat sich natürlich viel äußerlich verändert: Wir sitzen regelmäßig an einem wunderbaren Ort der Stille, mitten an der geschäftigen, umtriebigen Eisenbahnstraße. Viele Veranstaltungen haben stattgefunden und unsere Zen Praxis ist auch in ihren Formen, der Intensität und Tiefe (etwas) gereift.

Was diese Zeit aber besonders gemacht hat, ist das, was nicht auf den ersten Blick sichtbar ist: Das, was zwischen uns entstand und entsteht. Der Wille jeder einzelnen Person, das eigene Leben, das eigene Chaos, das Wilde, Ungezähmte, und Verrückte, das Verletzte und Schmerzhafte, das Freudvolle, Kraftvolle, und Überschwängliche in diesen Ort zu bringen und einfach zu sehen, was passiert. Einfach alles in sich zuzulassen. 

Für viele wurde das Zen Lab eine kleine Familie. Man freut sich auf die nächste Meditation, darauf, die Anderen zu sehen und darüber, dass man einfach man selbst sein kann. Das Zen Lab ist eine Vision des Miteinanders. Das Zen Lab bedeutet, dass Innere und Äußere miteinander zu verweben.

 

Was für eine Chance. Was für ein aufregendes Experiment!

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